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    „Tanken – mehr als Super“: ZDFneo-Sitcom ist mehr als super-schlecht

    Import-Format fehlt es an jeglicher Originalität

    "Tanken - mehr als Super": ZDFneo-Sitcom ist mehr als super-schlecht – Import-Format fehlt es an jeglicher Originalität – Bild: ZDFneo
    „Tanken – mehr als Super“

    Und täglich grüßt das Murmeltier … Bei der neuen ZDF-Sitcom „Tanken – mehr als Super“, sind die Charaktere nicht in einer Zeitschleife gefangen und es beginnt nicht immer wieder alles von vorn. Allerdings laufen die Folgen alle nach dem gleichen, abgedroschenen Schema ab. Deswegen kann man sich die Serie auch eigentlich nach der ersten Folge sparen – vorausgesetzt man hält überhaupt die ganze Episode durch.

    Der spießige und auf Vorschriften versessene Georg Bergstedt (Stefan Haschke) wird von seinem Posten als Leiter der Tagschicht einer Tankstelle aufgrund diverser Beschwerden zum Leiter der ungeliebten Nachtschicht degradiert. Das will er so schnell wie möglich wieder ändern und seine Nachfolgerin Jana (Christina Petersen) von der Spitze verdrängen. Wenig Unterstützung bei seinen perfiden Plänen bekommt er dabei von seinen zwei Angestellten. Der dick-dümmliche Olaf (Daniel Zillmann) „managt“ in seiner Freizeit eine Metal-Band und träumt von einer eigenen Musikkarriere, während der etwas verkrampfte und stets unentschlossene Daniel (Ludwig Trepte) gerade sein Medizinstudium abgebrochen hat und eigentlich nur sein Leben wieder neu ordnen will.

    Bereits in der ersten Nachtschicht der drei geht alles schief, was nur schief gehen kann, und das gilt nicht nur für die Handlung in der Serie. Eine ältere Dame will mit ihrem kleinen Enkelsohn, der ein dringendes Bedürfnis hat, die Toilette der Tankstelle benutzen. Allerdings wird sie von Georg aber höchst unfreundlich empfangen und mit seinem schlechten Denglisch genervt („You pay, you pee!“). Noch viel anstrengender ist das aber für den Zuschauer, der sich diese albernen Anglizismen in jedem zweiten Satz von Georg Bergstedt anhören muss.

    Die drei von der Nachtschicht: Schichtleiter Georg Bergstedt (Stefan Haschke, M.) und seine Mitarbeiter: Studienabbrecher Daniel (Ludwig Trepte, l.) und Metal-Manager Olaf (Daniel Zillmann, r.)

    Als er dann Waldemar, den ehemaligen Leiter der Nachtschicht, aufsucht, befindet dieser sich gerade in einem Bewerbungsgespräch mit Daniel. Ein richtiges Gespräch findet allerdings nicht statt, denn Waldemar hat gerade einen Schlaganfall und sitzt laut Daniels Aussage bereits seit einer halben Stunde nur zitternd vor ihm. Und so lange hat es auch gedauert, bis der ehemalige Medizinstudent die Diagnose gestellt hat. Auf die Idee, einen Krankenwagen zu rufen, ist er ebenfalls nicht gekommen. Als Daniel sich dann doch zu einem Anruf durchringt, kann er jedoch mit den korrekten Fachtermini Waldemars Zustand beschreiben. Scheint, als ob doch etwas von seinem Studium hängen geblieben wäre.

    Um Georg darüber aufzuklären, dass in dieser Situation weder die stabile Seitenlage, noch ein Luftröhrenschnitt von Nutzen sein wird, fehlt es Daniel leider einfach noch an dem nötigen Selbstbewusstsein. Stattdessen lässt er sich permanent das Wort abschneiden, beziehungsweise er setzt an, etwas zu sagen, macht dann brav eine künstliche Pause und wartet, bis Georg etwas erwidert. Dieses verzögerte Timing bei den Dialogen tritt noch öfter in der Serie auf und lässt die Gespräche extrem gestellt wirken. Weitere komödiantische Höhepunkte der Folge sind eine falsch angewendete Herzdruckmassage, die im Platzen eines Ketchup-Tütchens resultiert und Sanitäter, die auf der anfangs entstandenen Urinpfütze des kleinen Jungen ausrutschen.

    Da das alles aber noch nicht genug Trubel für eine Nacht war, kommt dann noch eine Frau mit Kopftuch in die Tankstelle. Da die Kasse streikt, kann sie nicht für ihre Tankfüllung bezahlen – und das Bargeld einfach anzunehmen und später abzurechnen, kommt für den übereifrigen Georg natürlich nicht in Frage. Daher entschließt er sich logischerweise, die Frau einfach in seiner Tankstelle einzusperren, bis die Kasse wieder funktioniert. Damit hat der Albtraum für die Frau allerdings gerade erst begonnen, denn Georg schafft es mit Aussagen wie „In Dubai dürften Sie gar kein Auto fahren“ oder „Die Dönerbude wird wohl noch zwei Minuten ohne Sie auskommen“ die Situation noch unangenehmer für alle Beteiligten zu gestalten – inklusive die Zuschauer.

    Das Chaos ist komplett: Georg (Stefan Haschke, M.) mit Ketchup-Flecken übersäht, Daniel (Ludwig Trepte, l.) und Olaf (Daniel Zillmann, r.) sind fertig mit den Nerven und die Polizei hat gerade eine „Geiselnahme“ beendet, die kein war …

    Wahrscheinlich wollten die Serienmacher hier gekonnt den Bogen zu „heiklen“ Alltagsthemen spannen, schießen dabei jedoch nicht übers Ziel hinaus, sondern eher meilenweit daran vorbei. Würde Georg sich unabsichtlich in solche pikanten Situationen hinein manövrieren, könnte eine gewisse Komik entstehen, die bewusst eingesetzten rassistischen Sprüche sind allerdings einfach nur platt.

    Und wenn man denkt, die Situation könnte nicht schlimmer werden, hat man sich leider getäuscht. Als die Frau durch die Scheibe um Hilfe ruft, versteht ein anderer Kunde – wie sollte es anders sein – „Allahu Akbar“. Diese Verwechslung ruft direkt ein Sondereinsatzkommando der Polizei inklusive Hubschrauber, Maschinengewehren und Nebelgranaten auf den Plan. Aber als bereits alles verloren scheint und im Chaos zu versinken droht, schreitet zum Glück Jana in Slow-Motion, untermalt von passender Musik, durch den Nebel und rettet die Situation.

    Und im Grunde eignet sich der Ablauf der ersten Episode auch, um die beiden nächsten Folgen zusammenzufassen. Durch Georgs Engstirnigkeit sowie Olafs und Daniels jeweilige Beschränktheit kommt es immer wieder zu erzwungen brenzligen Situationen, die sich so lange zuspitzen, bis Jana auf der Bildfläche erscheint und alles wieder in Ordnung bringt. Dabei ist die Entwicklung der Ereignisse stets so voraussehbar und lahm, wie die ausgelutschten Gags, die durch die Überzeichnung der stereotypen Figuren noch unterstützt werden.

    Symbolbild: Tagschichtleiterin Jana (Christina Petersen) betätigt sich zum Schluss als Feuerlöscher.

    „Tanken – mehr als Super“ fehlt es an Witz und Charme, den Charakteren an Einzigartigkeit und dem Drehbuch an Originalität. Das könnte auch daran liegen, dass die Sitcom auf der isländischen Fernseherie „Næturvaktin“ („Die Nachtschicht“) basiert. Darin drangsaliert der exzentrische Georg auf einer Tankstelle ebenfalls seine beiden Angestellten, den gutmütigen Ólafur und den introvertierten Ex-Medizinstudent Daníel. „Næturvaktin“ war aber äußerst populär und wurde sogar mit dem Edda Award für die beste TV-Serie ausgezeichnet.

    Vielleicht liegt auch hier der Fehler von „Tanken – mehr als Super“. Anstatt eine über zehn Jahre alte Serie abzukupfern, hätte man eventuell versuchen sollen, mit mehr eigenen Ideen zu punkten. So entlocken die überholten Witze und an den Haaren herbeigezogenen Verwicklungen dem Zuschauer meist nicht einmal mehr ein müdes Lächeln, sondern sorgen eher für peinlich berührtes Schweigen.

    Dieser Text basiert auf Sichtung der ersten drei Episoden der Serie „Tanken – mehr als Super“.

    Meine Wertung: 0,5/5


    © Alle Bilder: ZDF/Marion von der Mehden

    Zwölf Episoden von „Tanken – mehr als Super“ werden bei ZDFneo ab dem 31. Juli wöchentlich immer am Dienstagabend ab 22.45 Uhr gezeigt.

    Kurzer Trailer zu „Tanken – mehr als Super“

    30.07.2018, 17:30 Uhr – Jana Bärenwaldt/ourtestdrive.site

    Über die Autorin

    Jana Bärenwaldt
    Jana Bärenwaldt entdeckte ihr Interesse an Fernsehserien relativ spät, erst mit der Ausstrahlung von "The Tudors" im deutschen Fernsehen wurde sie zu einem richtigen Serien-Fan. Bis heute ist die Historienserie eins ihrer favorisierten Genres, weswegen sie diesem Thema auch ihre Bachelorarbeit gewidmet hat. Mittlerweile schaut sie aber bunt gemischt, von Drama über Fantasy bis Crime ist alles mit dabei. Seit März 2016 ist Jana neben ihrem Studium in der Redaktion von ourtestdrive.site tätig und schreibt dort hauptsächlich für TV-Serien aus dem englischsprachigen Raum.

    Lieblingsserien: Sherlock, The White Princess, Death Note

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

    • Gestur am 01.08.2018 01:23

      Die isländische Original-Serie war so erfolgreich, weil sie so vielschichtig ist. Der diktatorische Tankstellenchef Georg in "Næturvaktin" ist nicht nur eine Witz-, sondern auch eine tragische Figur. In der genialen Darstellung durch Jón Gnarr, der später vier Jahre lang Bürgermeister von Reykjavík war, schimmert unter seinem grotesken Verhalten stets eine Verletzung durch, eine Verzweiflung, der er nur mühsam Herr werden kann. Und trotzdem ist die Serie wie auch ihre beiden Nachfolgeserien "Dagvaktin" und "Fangavaktin" permanent zum Schreien komisch. Georg und seine beiden Untergebenen bleiben dabei keine statischen Figuren - sie erscheinen uns als echte Menschen, die uns im Laufe der Zeit ans Herz wachsen, und eine Entwicklung durchmachen, die mit dem Kinofilm "Bjarnfreðarson" von 2009 bewegend abgeschlossen wird. Ein Glanzstück. "Tanken - mehr als Super" kenne ich nicht. Aber wenn man nach der Rezension hier gehen kann, werden hier wohl nur die oberflächlichsten Elemente der isländischen Serie abgegriffen; jene, von denen man sich komische Effekte erhofft, aber es fehlt das Herz des Ganzen. So kann's natürlich nicht funktionieren.
      • Epomis am 01.08.2018 09:24

        Dem kann ich mich nur anschließen, Die isländische Original-Serie ist wirklich toll, sehr charmant, immer ihre Protagonisten ernst nehmend, aber trotzdem durch die Bank sehr, sehr witzig. In diesen teutonischen Abklatsch habe ich gestern nur ein paar Minuten reingesehen, aber das hat mir gereicht, denn das war im Vergleich zum Original leider nur oberflächlicher, cartoonhafter Klamauk. Insbesondere der deutsche Olafur ist nur ein dicker Depp zwischen Stan Laurel und John Candy, der mit seinem sehr fein und nuanciert dargestellten Original nichts gemein hat - und bei Georg überrascht es mich nicht, dass man einen seiner wichtigsten, aber halt politisch heiklen Character Traits (dass er Kommunist ist) offenbar ganz weggelassen hat. Von daher kann ich nur empfehlen, sich lieber die isländische Originalserie anzusehen, die ist wirklich lustig, dank englischer Untertitel auch ohne Isländisch-Kenntnisse problemlos verständlich und zeigt, dass die Isländer echte Tausendsassa sind - dass sie tolle Musik machen können, weiß die Welt dank Björk, Sigur Ros und Of Monsters and Men ja schon lange, dass sie gut Fußball und Handball spielen können, ebenfalls, und Naeturvaktin beweist (genauso wie natürlich auch LazyTown und Trapped), dass sie auch tolle Serien machen können.
      • Gestur am 01.08.2018 14:55

        Björk hat in der zweiten Staffel ("Dagvaktin" - worin Georg in einem Hotel auf dem Land arbeitet und eigentlich nicht der Chef ist, sich natürlich aber trotzdem dazu aufschwingen will) übrigens einen Gastauftritt. Lustige Szene. Diese Wechsel des Settings (von der Tankstelle zum Hotel und in "Fangavaktin" ins Gefängnis) wird die deutsche Serie wohl auch nicht übernehmen.
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